inselART
- Die Kurzfassung.
Wahrnehmen ist inselartig, ist mehr oder weniger eingeschränktes Erkennen. Durch umfangreicheres Berücksichtigen von inneren und äußeren Gegebenheiten wird das isoliert Wahrgenommene jedoch in seinem Eingebundensein gewürdigt, und entsprechend teilt sich dem Betrachter mehr vom Ganzen in den Details des Lebens mit.
Es gibt nur das 'Eine Leben'. Alles Leben hat nur einen Ursprung, eine gemeinsame Basis. Und alles was existiert hat einen inneren Bezug zu diesem 'Eigentlichen' des Lebens - spürbar in der Stille, sich mitteilend durch die eigenen leisen Gefühle.
Dieses Verbundensein in der Wahrnehmung gelten zu lassen und durch das eigene Leben zum Ausdruck zu bringen, ist die ART, die ich meine.
- H-JB


inselART
- Die Langfassung.
Menschliches Wahrnehmen ist inselartig.
Wahrnehmung bedeutet herauslösendes Erkennen. Aus der Ordnung des Lebensflusses werden Teile isoliert und nach Bedarf in (selbst)gefällige Zusammenhänge gestellt. Diese Konstruktionen bilden die Welt, die wir die Wirklichkeit nennen, und in der wir unser Leben verbringen.
Menschliches Erleben ist stets stimmig.
Erziehung stimmt einen Menschen ein. Es ist der Vorgang, durch den menschliches Erkenntnisvermögen angepasst wird, der einem Menschen das vermittelt, was der eigenen Kultur gemäß durch die Wahrnehmung ausgewählt und nach einem bestimmten Vokabular gedeutet werden sollte. Jeder erlebt letztlich das, was dem eigenen zur Entfaltung gebrachten Erlebenkönnen und -wollen entspricht. Wenn aber mehr von Dem-was-ist in die Wahrnehmung einbezogen wird, dann ergeben sich mehr Möglichkeiten der Lebensdeutung und -entfaltung.
Das Leben ist das Eine Leben.
Leben ist ein Ganzes, alles Leben hat eine gemeinsame Grundlage, alles was existiert ist aufeinander bezogen und miteinander verknüpft. Alles Lebendige hat Anteil an der einen ursprünglichen Absicht hinter allem Geschehen: Leben zu sein, d. h. angenommen zu werden und zum Lebensganzen beizutragen. Das, was die vielfältigen Dinge des Lebens hervorbringt und fließen lässt, offenbart so das, was sonst verborgenen und unerkannt bliebe. Daraus, dass die Dinge des Lebens Inkarnationen sind, eine Offenbarung sind, daraus kann man Religionen machen - oder es sein lassen.
Wahrnehmung ist ein Wunder.
Bewusstsein ist ein Geschenk des Lebens an sich selbst. Der Fluss des Lebens hat immer komplexeres Leben hervorgebracht und damit die wachsende Fähigkeit zu komplexeren Erkundungen und Erfahrungen. Bewusstsein ist das Sich-Selbst-Bewusstsein des Daseins. Das Eine Bewusstsein spiegelt sich unterschiedlich deutlich und umfassend in den verschiedenen Daseinsformen, die alle begabt sind, sich zur Vollständigkeit des Erkennens weiter zu entwickeln. Denn alles bleibt das Eine. Und so findet das Eine aus dem Sichvergessen in den Dingen allmählich zurück zum individuellen Sicherinnern in der Entfaltung des Lebens.
Die passenden Erfindungen der Stille.
Alles Lebendige wird vom Leben selbst getragen, alles bleibt in Verbindung mit den eigentlichen Absichten des Lebens und der Mensch hat im eigenen Bewusstsein die Möglichkeit, das Gegründetsein im Eigentlichen zu erfahren: in der Stille, dort wo die eigenen Lebensregungen beginnen, wo durch anfänglich leises Empfinden das große Innewohnende des Lebens den nächstbesten (intelligenten) individuellen Lebensschritt zu erkennen gibt.
Wahrnehmung ist persönliche Wahrgebung.
Je mehr vom 'Eigentlichen' des Lebens ungehindert einfließt in individuelles Auffassen, Wahrnehmen und Denken, je mehr vom Lebensganzen bei der Wahrnehmung berücksichtigt wird, - was eher von der emotionalen/intuitiven Ebene unseres Bewusstseins erfolgen kann als mit Hilfe rationaler Intelligenz - desto mehr Lebenswirklichkeit befindet sich in unserer Wahrnehmung. Dies bedeutet, mehr und mehr (das Eigentliche) zu fühlen, bei dem was man sieht, bzw. das tief Empfundene zu sehen, ... so dass die Welt und das Leben dem Betrachter allmählich als das erscheinen, was sie sind: ein Geschehen im eigenen Herzen.
(Das ist gemeint mit 'inselART'.)
- H-JB
